• Großmutter mit Saphirbrosche und Enkelin

Dunkelblauer Saphir mit Familiengeschichte
Erbschmuck der Großmutter

Es ist jedes Mal aufs Neue faszinierend, welche Geschichten sich im Gespräch mit meinen Kundinnen und Kunden über alte Schmuckstücke eröffnen. So auch bei dieser Brosche, die ursprünglich von der Großmutter getragen wurde. Im Zentrum des historischen Schmuckstücks befand sich ein außergewöhnlich großer, antiker Saphir von tiefem Blau.

Zu meiner großen Freude erhielt ich von meiner Kundin zusätzlich ein historisches Foto: Darauf trägt die Großmutter ihre geliebte Brosche am Kragen der Bluse. Auf ihrem Schoß sitzt, noch als Kleinkind, meine heutige, inzwischen 70-jährige Kundin. Dieses Bild war ein berührendes Zeitzeugnis und machte auf eindrucksvolle Weise sichtbar, welchen emotionalen Wert überlieferter Familienschmuck besitzt.

Hier setzt meine Arbeit an: In meiner Alt-Schmuck-Alchemie transformiere ich Symbole, Erinnerungen und vergangene Zeiten in Schmuckstücke für die Gegenwart. Aus der geerbten Brosche der Großmutter sollte ein neues, zeitgemäßes Schmuckstück entstehen, getragen von Geschichte und Persönlichkeit.

Im Gespräch erzählte mir meine Kundin vom feinen Kunstsinn, der Liebe zur Gartengestaltung und zur Pflanzenkunde ihrer Großmutter. Sie beschrieb sie als eine herrschaftliche Frau mit Stil und Würde. Diese Eigenschaften sollten sich im neuen Entwurf widerspiegeln. Gleichzeitig sollte die Formensprache die Welt der Pflanzen, Blüten und organischen Bewegung aufgreifen.

Aus historischen Perlen, ebenfalls aus alten Schmuckstücken stammend, formte ich eine neue Brosche, die stilistisch sowohl an eine florale Ornamentik als auch an eine abstrahierte Pflanzenblüte erinnert. Im Zentrum sitzt erneut der antike, dunkelblaue Saphir, umgeben von schwebend wirkenden, samtig weichen Perlkugeln.

Die Rückseite der Brosche ist vollständig in Weißgold gearbeitet. Jedes Detail der Mechanik, von der Nadel über die Stützhalbschalen bis hin zur Fassung, entstand aus schlichtem Weißgoldblech und wurde von Hand gefertigt. Mit handwerklicher Präzision, gestalterischem Know-how, der Geschichte meiner Kundin und edlen Materialien entstand so ein einzigartiges Schmuckstück mit außergewöhnlicher Familiengeschichte.

  • Der Schmuck Virtuose bei der Arbeit an einem Ring

  • Der Schmuck Virtuose bei der Arbeit an einem Ring

König der Edelsteine

In der alten Sprache Sanskrit nannte man ihn Ratnaraj – den König der Edelsteine. Und wer einmal tief in einen perfekten Rubin geblickt hat, versteht sofort, warum. Er ist das pure, kristallisierte Feuer. Während andere Edelsteine das Licht oft kühl reflektieren, scheint der Rubin es begierig aufzusaugen, um es als intensive, samtige Glut wieder abzugeben. Er ist der Stein der ungezähmten Leidenschaft und der vitalen Lebenskraft. Seine Härte wird zwar vom Diamanten übertroffen, doch in seiner emotionalen Wucht ist er ihm oft voraus. Ein Rubin glänzt nicht, er wärmt. Er ist ein kompromissloses Bekenntnis zur Farbe, zur Liebe und zum Leben selbst. Ein Funke, der niemals erlischt.

Tresor der Erinnerung

Ein Amulett ist traditionell ein Schutzobjekt, ein kleiner, verschwiegener Ort für die Seele. Bei diesem Stück erzählt die Vorderseite vom Licht: Ein Rubin in Herzform und ein Kranz aus lebendigen Brillanten strahlen jene Wärme aus, die eine große Liebe hinterlassen hat. Doch das eigentliche Heiligtum bleibt dem fremden Blick verborgen. Auf der Rückseite, dort, wo das Gold die Haut berührt, ruht der ursprüngliche Ehering. Er wurde nicht eingeschmolzen, sondern bewahrt und dient nun als Rahmen für das Bild des geliebten Menschen. So wird der Schmuck zum stillen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein wärmender Begleiter, der die Trauer nicht versteckt, sondern sie in etwas Kostbares verwandelt.