Mantelring mit historischen Diamanten
skulptural in moderner Vollendung

Kontraste bildeten den Grundstock dieses ausdrucksstarken Pavérings. Meine Kundin erhielt antike Schmuckstücke von ihrer Schwiegermutter. Sie waren mit Altschliffdiamanten besetzt und in Broschen und Ringen gefasst. Diese historischen Diamanten besitzen weniger, unregelmäßig geschliffene Facetten als moderne Schliffe wie der Brillantschliff. Jeder einzelne Stein trägt Charakter und wirkt eigenständig für sich.

Diese besonderen Steine in eine geschlossene Fläche zu setzen, erzeugt ein harmonisches, kraftvolles und zugleich fein nuanciertes Erscheinungsbild. Das Fassen einer solchen Fläche ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Jeder Stein verlangt eine individuell gearbeitete Fassung. Jedes Bett wird einzeln ausgeformt, damit am Ende eine homogene und schlüssige Oberfläche entsteht.

Den großen Solitär, ebenfalls ein Altschliffdiamant, setzte ich in das Zentrum. So entstand ein Mantelring von eindrucksvoller Präsenz. Das Grundmaterial der Fassung wurde bewusst dunkel gewählt, um den Kontrast zwischen Schwarz und Weiß zu betonen. Daraus entsteht ein spannungsvolles Zusammenspiel zwischen der samtig matten schwarzen Oberfläche und dem facettenreichen Funkeln der antiken Diamanten.

Die innere Ringschiene aus hellweißem Weißgold ist weich poliert und hochglänzend gearbeitet. Beim Tragen erinnert der Ring an einen Handschmeichler, vergleichbar mit einem fein gewaschenen Kieselstein.

Dieses Schmuckstück ist als eigenständige Skulptur zu verstehen. Als tragbares Objekt mit starker Ausstrahlung. Da meine Kundin ein feines Gespür für Schönheit besitzt und diese im Alltag lebt, wünschte sie sich genau eines. Einen Ring mit unverwechselbarem Ausdruck.

  • Der Schmuck Virtuose bei der Arbeit an einem Ring

  • Der Schmuck Virtuose bei der Arbeit an einem Ring

König der Edelsteine

In der alten Sprache Sanskrit nannte man ihn Ratnaraj – den König der Edelsteine. Und wer einmal tief in einen perfekten Rubin geblickt hat, versteht sofort, warum. Er ist das pure, kristallisierte Feuer. Während andere Edelsteine das Licht oft kühl reflektieren, scheint der Rubin es begierig aufzusaugen, um es als intensive, samtige Glut wieder abzugeben. Er ist der Stein der ungezähmten Leidenschaft und der vitalen Lebenskraft. Seine Härte wird zwar vom Diamanten übertroffen, doch in seiner emotionalen Wucht ist er ihm oft voraus. Ein Rubin glänzt nicht, er wärmt. Er ist ein kompromissloses Bekenntnis zur Farbe, zur Liebe und zum Leben selbst. Ein Funke, der niemals erlischt.

Tresor der Erinnerung

Ein Amulett ist traditionell ein Schutzobjekt, ein kleiner, verschwiegener Ort für die Seele. Bei diesem Stück erzählt die Vorderseite vom Licht: Ein Rubin in Herzform und ein Kranz aus lebendigen Brillanten strahlen jene Wärme aus, die eine große Liebe hinterlassen hat. Doch das eigentliche Heiligtum bleibt dem fremden Blick verborgen. Auf der Rückseite, dort, wo das Gold die Haut berührt, ruht der ursprüngliche Ehering. Er wurde nicht eingeschmolzen, sondern bewahrt und dient nun als Rahmen für das Bild des geliebten Menschen. So wird der Schmuck zum stillen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein wärmender Begleiter, der die Trauer nicht versteckt, sondern sie in etwas Kostbares verwandelt.