• Perlenkette umgearbeitet zum Armband im Art Deco Stil

Aus Kindheitsträumen geformt
Armband im Art Déco Stil

Schmuck wird manchmal an den ungewöhnlichsten Orten aufbewahrt. So begann auch die Geschichte dieser Perlenkette. Meine Kundin betrat mein Atelier mit einem schlichten Zipp Beutel, wie man ihn aus der Küche kennt. Durch die transparente Hülle schimmerte eine weiße Kette, offenbar gerissen, doch unverkennbar voller Bedeutung.

Sie reichte sie mir und begann zu erzählen. Eine Lieblingstante hatte diese Kette einst täglich getragen. Lang, einreihig, fast bis zum Bauchnabel fallend. So wie man es von ikonischen Stilbildern kennt. Für das damals noch junge Mädchen war diese Kette mehr als Schmuck. Sie war ein Zauber.

Wenn die Tante sie abends ins Bett brachte, fiel die Kette beim Vorbeugen sanft auf das Kind herab. Diese kleinen Augenblicke wurden zu großen Erinnerungen. Das Mädchen wünschte sich nichts sehnlicher, als eines Tages selbst diese Kette zu tragen. Und irgendwann wurde dieser Wunsch Wirklichkeit.

Als mir die Kundin den Beutel übergab, war aus dem Mädchen längst eine Frau geworden. Eine Mutter von fünf Kindern, eine Dame mit Verantwortung, mitten im Leben stehend. Doch die Sehnsucht der Kindheit hatte ihre Kraft behalten.

Sie sah mich an und fragte: Uli, kann man daraus etwas machen.
Ich antwortete mit Ja. Und sie schenkte mir ihr volles Vertrauen.

Ich entwarf ein Armband, kraftvoll und klar. Breite Kugeln, inspiriert von der Strenge des Art Deco und den ausdrucksstarken Formen afrikanischer Kunst. Ein eigens entwickeltes Schloss entstand. Zwei funkelnde Brillanten werden sanft nach unten gedrückt, die Mechanik öffnet sich wie von selbst. Die Oberfläche des Schlosses zeigt ein feines Schwarz Weiß Linienbild, in der Mitte hell leuchtende Brillanten. Schwarz Weiß linierte Weißgoldstege halten die Kugeln und bewahren die architektonische Ästhetik.

So trägt meine Kundin heute ein Schmuckstück, das Zeit in sich bewahrt. Eine Kindheitserinnerung, eine erfüllte Sehnsucht und eine neue Form im Jetzt.

Ein Schmuckstück, das Wünsche in sich trägt, das berührt, das bleibt. Ein Kunstwerk, geschaffen für eine einzige Frau.

  • Der Schmuck Virtuose bei der Arbeit an einem Ring

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König der Edelsteine

In der alten Sprache Sanskrit nannte man ihn Ratnaraj – den König der Edelsteine. Und wer einmal tief in einen perfekten Rubin geblickt hat, versteht sofort, warum. Er ist das pure, kristallisierte Feuer. Während andere Edelsteine das Licht oft kühl reflektieren, scheint der Rubin es begierig aufzusaugen, um es als intensive, samtige Glut wieder abzugeben. Er ist der Stein der ungezähmten Leidenschaft und der vitalen Lebenskraft. Seine Härte wird zwar vom Diamanten übertroffen, doch in seiner emotionalen Wucht ist er ihm oft voraus. Ein Rubin glänzt nicht, er wärmt. Er ist ein kompromissloses Bekenntnis zur Farbe, zur Liebe und zum Leben selbst. Ein Funke, der niemals erlischt.

Tresor der Erinnerung

Ein Amulett ist traditionell ein Schutzobjekt, ein kleiner, verschwiegener Ort für die Seele. Bei diesem Stück erzählt die Vorderseite vom Licht: Ein Rubin in Herzform und ein Kranz aus lebendigen Brillanten strahlen jene Wärme aus, die eine große Liebe hinterlassen hat. Doch das eigentliche Heiligtum bleibt dem fremden Blick verborgen. Auf der Rückseite, dort, wo das Gold die Haut berührt, ruht der ursprüngliche Ehering. Er wurde nicht eingeschmolzen, sondern bewahrt und dient nun als Rahmen für das Bild des geliebten Menschen. So wird der Schmuck zum stillen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein wärmender Begleiter, der die Trauer nicht versteckt, sondern sie in etwas Kostbares verwandelt.