• kunstvolle Creolen eine Hommage an Tony Cragg

Vom Tennisarmband zur Skulptur
Eine Hommage an Tony Cragg

Wenn eine langjährige Kundin Vertrauen schenkt, entsteht Raum für besondere Zusammenarbeit. So begann diese Schmucktransformation. Eine liebenswerte und kultivierte Professorin und Kunstsammlerin legte mir eines Tages zwei Tennisarmbänder auf den Tisch und fragte was daraus werden könnte. Die Stücke waren ihr zu vertraut geworden. Sie wünschte sich etwas Neues. Etwas mit Ausdruck.

Auf meine Frage welches Schmuckstück sie glücklich machen würde antwortete sie ohne Zögern. Ohrringe.

Ich löste die Edelsteine aus ihren Fassungen reinigte sie sorgfältig und begann zu entwerfen. Von Anfang an war klar dass dieses Schmuckstück statische Präzision braucht und zugleich eine freie skulpturale Bewegung. Nach und nach formte sich die Idee einer dreigeteilten Kreole in der die Brillanten nicht gleichmäßig sondern in wechselnden Größen angeordnet sind. Dadurch entstand eine weiche fließende Bewegung fast wie eine schwebende Linie.

Ein weiteres Detail verstärkte die Spannung. Einige Brillanten wurden bewusst verkehrt herum gefasst. So wechseln funkelnde Lichtpunkte mit ruhigeren Flächen. Ein lebendiges Spiel aus Glanz und Zurückhaltung.

Die Weißgoldkreolen erhielten dadurch einen eleganten und zugleich kraftvollen Charakter. Modern und skulptural. Mit einem feinen Hauch von Rebellion. Zeitlos und doch unverwechselbar.

Inspiration für die Formensprache waren die Skulpturen des britischen Künstlers Tony Cragg. Tragbare Skulptur im wahrsten Sinn.

  • Der Schmuck Virtuose bei der Arbeit an einem Ring
  • Der Schmuck Virtuose bei der Arbeit an einem Ring

König der Edelsteine

In der alten Sprache Sanskrit nannte man ihn Ratnaraj – den König der Edelsteine. Und wer einmal tief in einen perfekten Rubin geblickt hat, versteht sofort, warum. Er ist das pure, kristallisierte Feuer. Während andere Edelsteine das Licht oft kühl reflektieren, scheint der Rubin es begierig aufzusaugen, um es als intensive, samtige Glut wieder abzugeben. Er ist der Stein der ungezähmten Leidenschaft und der vitalen Lebenskraft. Seine Härte wird zwar vom Diamanten übertroffen, doch in seiner emotionalen Wucht ist er ihm oft voraus. Ein Rubin glänzt nicht, er wärmt. Er ist ein kompromissloses Bekenntnis zur Farbe, zur Liebe und zum Leben selbst. Ein Funke, der niemals erlischt.

Tresor der Erinnerung

Ein Amulett ist traditionell ein Schutzobjekt, ein kleiner, verschwiegener Ort für die Seele. Bei diesem Stück erzählt die Vorderseite vom Licht: Ein Rubin in Herzform und ein Kranz aus lebendigen Brillanten strahlen jene Wärme aus, die eine große Liebe hinterlassen hat. Doch das eigentliche Heiligtum bleibt dem fremden Blick verborgen. Auf der Rückseite, dort, wo das Gold die Haut berührt, ruht der ursprüngliche Ehering. Er wurde nicht eingeschmolzen, sondern bewahrt und dient nun als Rahmen für das Bild des geliebten Menschen. So wird der Schmuck zum stillen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein wärmender Begleiter, der die Trauer nicht versteckt, sondern sie in etwas Kostbares verwandelt.